32 Stunden on Tour an der dänischen Westküste
12.01.2011 von Chneemann

Seit Jahren fahren wir immer in denselben Ort an der Westküste Dänemarks. Auch wenn ich diese Gegend deshalb sehr gut kennte, habe ich noch nicht viel von Dänemark gesehen.
Also hatte ich mir dieses Jahr vorgenommen entlang der Nordsee neue Orte zu erkunden, Bunker zu erforschen, Museen zu besuchen und Geocaches zu finden.
Also habe ich mir im Vorfeld um eine Tour nach Hanstholm und zurück nach Henne Strand auserkoren. Allerdings wurde mir schnell klar, dass dies alles nicht an einem Tag zu bewältigen war. Also wurde kurzerhand eine Übernachtung in Hanstholm eingeplant. Aus Unkenntnis über die Gegend fragte ich im Danforum nach lohnenswerten Zielen und suchte mir selbstständig noch Geocaches und Bunkeranlagen heraus.

Und so startete ich an einem Sonntagmorgen um 08:00 auf meine 32 Stunden Tour. Der erste Weg führte mich zum Bäcker im Ort um mir etwas zum frühstücken mitzunehmen.
Die Tour führte mich zunächst über Henne Kirkeby, Houstroup, Lønne, Nymindegab zu meinem ersten Stopp in Bjerregård. Von diesem Ort hatte ich schon viel gehört und mir auch schon mal die Gegend um den Supermarkt bei einer Radtour angesehen. Dieses Mal ging es um 8:40 über den Bjerregårdvej direkt Richtung Dünenkette zum Klitparken. Hier unterlief mir doch glatt ein richtig dämlicher Fehler.

Der Klitparken war natürlich kein Dünenparkplatz wie angenommen, sondern ein kleiner Ferienpark mit Häusern an den Dünen. So fand ich also nicht nur keinen Parkplatz vor, ganz im Gegenteil, gab es überall Parkverbot Schilder. Nach kurzer Suche fand ich dennoch vor dem Park einen ziemlich guten Abstellplatz fürs Auto. Von dort ging ich durch den Klitparken und die Dünen zum Stand, welcher Henne ganz ähnlich ist und machte die ersten Bilder. Da es mein erster Stopp der Tour war und ich nicht wusste wie der Tag laufen würde, ging es relativ schnell weiter. Vorbei am Seezeichen ging es um 9:00 nach Hvide Sande. Da ich hier aber auch schon mal auf einer Radtour war, hielt ich nur kurz am Hafen an bevor es weiter ging. Auf dem Weg nach Norden erblickte ich einen Leuchtturm welcher sich als Lyngvig Fyr herausstellte. Also habe ich einen kurzen Schlenker eingebaut. Da um 9:15 noch keine Besichtigung möglich war, blieb es aber bei einem Kurzbesuch.


Um 9:25 erreichte ich Søndervig. Hier hatte ich mich 2005 schon einmal bei strömendem Regen mit einem Bekannten in ein Internetcafe geflüchtet. Dieses Mal interessierte mich aber der Ort und vor allem der Strand. Also stellte ich das Auto ab und folgte der Ausschilderung „Til Stranden“. Um 9:30 bekletterte ich dann den ersten Bunker. Allerdings nicht aus Interesse, sondern um einen besseren Standpunkt für das Strandfoto zu bekommen. Auf dem weiteren Weg nach Norden erreichte ich um 10:00 die Ortschaft Thorsminde in der ich mich aber nicht lange aufgehalten habe.


Das nächste Ziel war Vejlby Klit, der liebste Urlaubsort eines Bekannten von mir. Ich folgte einfach der Hauptstraße durch den Ort und erreichte um 10:30 einen Parkplatz nah am Strand. Dort angekommen fielen mir als erstes die zwei Ebenen auf, welche durch eine Betonschräge getrennt wurden. Keine Ahnung, ob es sich hierbei um Kriegsrelikte oder um moderne Küstenbefestigungen gegen Wind und Wasser handelt. Da die Zeit immer mehr Richtung Mittag davon lief, konnte ich auch hier keine längeren Spaziergänge machen und machte mich wieder nach Norden auf den Weg. Allerdings erregten erst einmal die Bahngleise der Lemvig Bahn mein Interesse. Züge waren aber leider nicht zu sehen.


Um kurz vor 11 erreichte ich dann die Fähre in Thyborøn und sah eine riesige Warteschlange. Eigentlich wollte ich Thyborøn erst auf der Rücktour besuchen, da ich hier eine größere Bunkerforschungstour eingeplant hatte. Angesichts der langen Wartezeit an der Fähre bin ich dann aber doch in den Ort reingefahren. Ich suchte mir einen Parkplatz zwischen den Gleisen der Lemvig Bahn und den Bunkern am Strand. Da der Zug anscheinend nicht so oft fährt ging es um 11:05 erst mal zum Haltepunkt Süd um den Fahrplan zu studieren. Zu meiner Enttäuschung kommt der nächste Zug erst um 12:53 nach Thyborøn. Dann halt den Rucksack aufgezogen und ab zu den Bunkern. Hauptziele waren der L487 welchen ich schon in Blåvand und Kryle besichtigt hatte und die Geschütze der Heeresküstenbatterie (Regelbautypen 671 und 636). Den ersten Bunker den ich am Strand traf war allerdings einer zur Flugabwehr. Nach einem kleinen Fußmarsch erreichte ich dann den Nachtjäger Leitstand (L487).


Ich finde diese Bunker sehr interessant, da sie ziemlich groß und vor allem zweigeschossig sind. Mit einem Raumplan ausgestattet kann man sogar noch einige Details erkennen. Vor Ort angekommen musste ich dann erst mal feststellen, dass beide Eingänge komplett versandet und nicht mehr sichtbar sind. Da der Notausstieg auch voll Sand war, blieb nur noch der Generator Lüftungsschacht über. Leider war auch hier so viel Sand, dass die Öffnung nur noch ca. 50x60 cm groß war. Egal, Stirnlampe auf und rein ins Vergnügen. Den Rucksack habe ich vorgeschoben und ich bin hinterher. Der Generatorraum war auch noch voll Sand, aber durch die Tür zum Auswertungsraum wurde der Sand weniger. Wie immer führte mich der Weg als erstes zum Führungsraum mit den Seeburgtischen. Hier war es wie in Kryle wieder nur ein Tisch und durchs Loch im Boden war nur grüne Brühe zu erkennen. Das untere Stockwerk stand also komplett unter Wasser. Wo sollte das Wasser bei einer Betonwanne auch sonst geblieben sein. Anscheinend dringt irgendwo im oberen Bereich Wasser ein. Also blieben mir nur noch 6 andere Räume, die ich jetzt nicht alle aufzählen will. Also wieder zurück durch den Gang und um 11:40 hatte ich wieder Tageslicht auf den Augen.


Irgendwie war ich dabei so geblendet, dass ich nicht bemerkt habe, dass sich direkt daneben ein Regelbau Typ 610 (Gefechtsstand für eine verstärkte Kompanie) befindet, welchen ich so noch nicht kannte. Ärgerlich, aber halt nicht zu ändern. Ich bin wieder nach Süden zur Heeres Küstenbatterie gegangen.


Ich werde mich versuchen kurz zu fassen - ist wohl kaum einer so an alten Bauwerken interessiert wie ich.
Interessant an der H.K.B in Thyborøn ist vor allem, dass sie früher sehr gut getarnt gewesen sein muss. Die Bunker haben alle eine Art Dach zur Tarnung bekommen, was sie im vergrabenen Zustand aus der Luft früher wie Häuser aussehen gelassen haben muss. Einige Bunker hatten sogar Dachziegel bekommen. Die Zeit verging durch das erkunden wie im Flug, aber um 12:15 habe ich dann abgebrochen und bin zum Auto zurück. Für Bunkerfans kann ich Thyborøn wirklich empfehlen.


Am Auto angekommen hatte ich immer noch 30 Minuten Wartezeit auf den Zug und so entschloss ich mich den Punkt zu streichen und nach einer kurzen Tour ins Zentrum wieder zur Fähre zu fahren. Um 12:38 erreichte ich zum zweiten Mal den Anleger und sah die Fähre gerade auslaufen. Also war wieder mal warten angesagt. Dann sah ich aber, dass die Fähre doch ganz schön dem Seegang ausgesetzt war und ein ungutes Gefühl machte sich bemerkbar. Seit zwei traumatischen Erlebnissen in meiner Kindheit habe ich es nicht so mit Wasser und vermeide eigentlich den Kontakt wo es tiefer als 1,5 Meter ist. Langsam wird es wieder besser und die Fähre nach Fanø hatte ich ja auch gut überstanden. Im Anbetracht der langen Wartezeit und des unguten Gefühls beschloss ich aber die Brücke beim Oddesund zu nehmen. Das ist zwar etwas Umweg, aber dürfte nicht viel länger dauern als sich in die Warteschlange zu stellen.


Mittlerweile war es 12:48 und ich beschloss zunächst erst mal den Zug zu fotografieren. Also ab ins Zentrum und mit der Kamera beim Bahnhof auf die Lauer gelegt. Um 12:59 kam der Triebwagen dann endlich in Sicht und ich war doch etwas enttäuscht, denn es handelte sich abgesehen von der Lackierung um die selbe Bauart wie sie auch zwischen Varde und Nr. Nebel verkehren. Trotzdem fuhr ich dem Zug durch den Ort voraus und konnte ihn noch zweimal ablichten.
Um 13:10 begab ich mich dann auf den Weg zur Brücke über den Limfjord. Der Weg führte mich zunächst nach Lemvig. Angeblich eine sehr schöne Stadt, was ich von dem bisschen was ich gesehen habe auch bestätigen kann. Allerdings wusste ich, dass mich die Umgehung der Fähre genug Zeit kosten würde und verzichtete aufs Sightseeing. Kurz gestoppt habe ich um 13:45 aber trotzdem an einem Supermarkt, da ich Hunger aber keine Wegzehrung hatte. Also schnell Milchschnitte, Doppelkeks, Aufschnitt und 1 Liter Erdbeerjoghurt gekauft.
Auf dem Weg nach Struer hielt ich kurz an einer Tankstelle und erreichte gegen 14:10 die Brücke. Auch der restliche Weg nach Agger verlief ohne besondere Vorkommnisse und ich erreichte um 14:45 den Parkplatz am Strand.


Rückblickend wäre die Fähre sicherlich schneller gewesen, aber es ging mir ja nie darum möglichst schnell nach Hanstholm zu kommen und so habe ich noch etwas mehr von Dänemark gesehen.
In Agger angekommen ging es erst einmal über den behindertengerechten Zugang zum Strand. Eigentlich ist dieser ganz schön, aber an die Wellenbrecher muss man sich erst gewöhnen. Aber genau solch einer war mein nächstes Ziel. Denn von hier konnte ich prima auf den Strand zurück fotografieren.


Dabei bemerkte ich, dass die Wellen gegen die Steine am Ende der Wellenbrecher schlugen und tolle Spritzer entstanden, welche ich unbedingt fotografieren wollte. Erst kam nur ein bisschen Gischt und dann hatte ich plötzlich nasse Beine. Zum Glück war ich noch hochgesprungen und hatte die Kamera hochgerissen.


Der nächste Streckenabschnitt war allerdings nicht sehr lang und ich erreichte den Lodbjerg Fyr um 15:20. Im Gegensatz zum Lyngvig Fyr am Morgen hatte er sogar geöffnet und ich beschloss mal einen Blick von oben über die Landschaft zu werfen.
Der Eintritt betrug glaube ich 5 Kronen, welche man einfach in einen Schlitz am Aufgang werfen musste. Auch wenn keiner den Einwurf überwachte habe ich natürlich bezahlt. Es waren doch mehr Stufen, als ich zunächst angenommen hatte, aber irgendwann war ich oben. Man läuft direkt an der Lampe vorbei. Wenn die an ist, möchte ich nicht dort oben rumstehen. Durch eine Minitür von ca 1,50 Höhe ging es dann nach draußen auf das Rondell. Trotz etwas diesiger Sicht konnte man doch zumindest bis Agger zurück-
sehen und ich konnte mir aus der Luft noch einmal einen Überblick meiner Fahrtstrecke machen. Um 15:30 ging es zurück ins Auto und weiter zur nur wenige Kilometer entfernten Lodbjerg Kirke, welche ich um 15:38 erreichte. Da mich Kirchen aber nur von außen und nicht von innen interessieren, wurde es ein kurzer Besuch von nicht mal 5 Minuten.
Um 16:00 erreichte ich den kleinen Fischerort Stenbjerg. Dort hatte mir Mika aus dem Danforum den Standort eines Beobachtungsbunkers verraten. Dieser war nun mein Ziel, denn ich dachte mir von wo man früher beobachtet hat, kann man auch heute noch gut gucken. Neben der schönen Aussicht habe ich mir aber natürlich auch die beiden Bunker auf der Anhöhe angesehen. Weiter ging es zum kleinen „Hafen“ am Strand. Die kleinen weißen Gebäude mit kleinen Booten vor dem blauen Meer sahen einfach wunderbar aus. Die Stelle kann ich jedem nur empfehlen. Ich schoss also ein paar Fotos und genoss ein bisschen die Sonne.


Um 16:20 machte ich mich dann auf den Weg nach Nr. Vorupør wo ich um 16:40 angekommen bin. Als erstes bin ich in den Supermarkt in der Mitte des Ortes und habe mir 6x1,5 Liter Wasser gekauft. Einen weiteren Parkplatz fand ich etwa 50 Meter südwestlich des Hauptstrandes. Am Strand angekommen habe ich mir ein paar Boote angesehen und bin dann auf die Pier rausgegangen. Von hier konnte ich dann ein paar schöne Strandbilder schießen. Danach bin ich noch über den Strand gewandert und habe mir die Boote genauer angesehen, die auf den Strand trocken gezogen wurden.


Bei einigen die über 40 Meter weit vom Wasser weg lagen, fragte ich mich jedoch wie die je wieder ins Wasser kommen sollen. Mein weiterer Weg führte mich an einer Eisdiele vorbei und ich konnte der Softis Verlockung natürlich nicht widerstehen. Da ich mir dieses Jahr fest vorgenommen hatte wenigstens einmal die bunten Streusel zu probieren, nutzte ich hier die Gelegenheit. Was soll ich sagen… - noch mal werde ich die wohl nicht wählen. Also bin ich noch eisschleckenderweise durch die Straßen gewandert und habe mir den Ort angesehen.


Um kurz nach 17 Uhr ging es dann weiter nach Bøgsted Rende, einem Strandabschnitt abseits der Ortschaften. Auf dem Weg nach Norden fuhr ich dann quer durch mein Geocaching Gebiet, welches ich für die Rückfahrt geplant hatte. Einmal angehalten habe ich dann aber doch. Wenigstens einen Cache wollte ich ja auch an diesem Tag gefunden haben. Am Bøgsted Rende angekommen war anhand der 15 parkenden Autos schnell klar, dass es sich hierbei um keinen Geheimtipp handelt. Also habe ich hier nur einen ganz kurzen Abstecher zur Nordsee gemacht. Der Vorteil ist hier sicherlich, dass es hier - im Gegensatz zu den Orten - nicht nach Fischereiresten riecht.


Um 17:30 ging es schnell weiter in Richtung Klitmøller welches ich 12 Minuten später erreichte. Geparkt habe ich direkt neben dem aufgebarten Museumsfischkutter, welcher auch gleich von mir genauer besucht wurde. Schon interessant so ein Schiffchen. Aber das es Menschen gibt, die damit aufs offene Meer rausfahren, ist mir unbegreiflich.
Weiter ging es oberhalb des Strandes Richtung Süden, denn neben einem schönen Strand mit Surfern und Kite-Surfern sollte es ja auch noch Bunker zu sehen geben. Da die aber wohl außerhalb lagen musste ich mich mit Surfern zufriedengeben. Zurück ging es unten direkt am Wasser. Und hier war der Duft nach Fischabfall dann doch richtig stark. Vorher hatte ich ihn nur leicht wahrgenommen, aber nun war er doch recht penetrant. Ein Blick auf den Boden zeigte dann auch warum. Neben Muscheln und verwestem Fisch gab es auch jede Menge von Möwen angepickte und halb gefressene Krabben (Also die Krebstiere mit Scheren und nicht die Garnelen zum puhlen) zu bewundern.


So richtig Gefallen habe ich daran nicht gefunden und bin um 18:00 zurück zum Auto um zu den Bunkern am Südstrand zu fahren.
Was auf meinen Plänen ziemlich interessant aussah entpuppte sich allerdings als ziemlich große Enttäuschung. Von den Bunkern in den Dünen waren viele komplett zugewachsen und die Bunker am Strand waren total versandet. Am Strand habe ich nicht einen Regelbau gefunden in den ich noch reinkriechen konnte. 1-2 Tobruks waren zwar noch da, aber die Türen der eigentlichen Bunker waren in den Dünen versunken. Etwas weiter hinten in den Dünen gab es dann noch einen Regelbau 120a (Artillerie-Beobachtungsstand mit Panzerturm). Als ich den begehbaren Eingang entdeckt hatte, war ich positiv überrascht, allerdings war der Bunker gesprengt worden und viele Räume waren nicht mehr erreichbar.
Fazit: Für Menschen die mal ein paar Bunker sehen wollen ist Klitmøller ok, aber für die, die sich wirklich dafür interessieren eigentlich eine Enttäuschung.


Um 18:50 machte ich mich auf den letzten Weg nach Hanstholm.
Um 19:05 kam die Küstenbatterie Hanstholm I in Sicht. Selbst heute noch sieht sie doch recht imposant aus! Dank der späten Urzeit kam die Sonne von Westen und schien also von der richtigen Seite direkt auf die Bauwerke. Es blieb aber bei der Ansicht von der Straße denn erst mal wollte ich sehen wo sich das Museum befindet und außerdem brauchte ich ja noch etwas für die Nacht.
Also bin ich am Ortseingang vom Kystvejen in die Kai Lindbergs Gade abgebogen und durchs Hafengebiet gefahren. Interessant fand ich, dass der Hafen wohl gar nicht zu Dänemark gehört, denn das Grenzschild kommt erst wenn man das Hafengelände verlässt. Ist es immer so, dass Häfen zum internationalen Gewässer gehören? Vorbei an einem interessanten Bunker bin ich dann rechts in den Molevej abgebogen und habe so auf Anhieb das „Museumcenter Hanstholm“ gefunden.


Um 19:20 hatte es natürlich nicht mehr geöffnet, aber etwas umgesehen habe ich mich dann doch. Imposant ist natürlich das 38cm Kanonenrohr am Eingang, welches allerdings ursprünglich nicht in Hanstholm verbaut war, sondern war für die nicht fertig gestellte Tirpizstellung in Blåvand vorgesehen. Ich bin dann noch vorbei am Museum zum ersten „Krater“ gelaufen. In dieser offenen Bettung hat früher das mächtige Geschütz gestanden. Die Größe lässt sich am besten dadurch erkennen, dass ich es nicht geschafft habe, es komplett zu fotografieren. Um 19:30 startete ich dann die Suche nach einem Schlafplatz. Ich dachte ich fahre einfach mal planlos durch die Gegend, bei uns findet man ja auch alle paar Meter ein Hotel. Also bin ich den Molevej immer weiter geradeaus bis es nicht mehr weiter ging. Dann links rum und den Fyrvej bis zum Ende durch. Hier machte ich irgendwie den Fehler weiter gerade aus zu fahren und war plötzlich raus aus dem Ort. In Ræhr bin ich dann nach Norden abgebogen und gelangte so zum Hanstholm Camping Platz. Ich bin dann auch gleich zum Empfang und fragte nach einer Übernachtungsmöglichkeit, allerdings hätte ich nur einen Schlafsack und kein Zelt. Daraufhin bekam ich eine leere Holzhütte für 600kr (ca 80 Eur) angeboten. Dies war mir natürlich zu teuer, also ließ ich mir den Weg zum nächsten Hotel beschreiben. Zurück nach Hanstholm bin ich dann durch das Kaff „Hamborg“ gefahren. Lustig wo man in der Welt alles deutsche Städtenamen findet. Das Hotel im Christian Hansens Vej sah gepflegt aber nicht luxuriös aus. Hier könnte es also klappen, zumal ich das Zimmer ja nur 10 Stunden brauchen würde. Und siehe da, es waren auch noch Zimmer inklusive Frühstück frei – allerdings für 765kr (ca 105 Eur). Ich überlegte mir was ich dafür alles kaufen konnte und beschloss in Richtung Tved zu fahren. Hier wollte ich am nächsten Morgen geocachen und vielleicht gab es hier ja was zum schlafen.
Allerdings bin ich über Vigsø dorthin gefahren um zu sehen, ob es hier einen Parkplatz gibt wo ich zur Not im Auto übernachten könnte. Ein Besuch in Vigsø war nämlich ebenfalls am nächsten Tag eingeplant, da es hier eine Heeresküstenbatterie gibt, die heute fast komplett in der Nordsee liegt. Außerdem hätte ich hier morgens baden gehen können. Die Stelle gefiel mir dann aber nicht so gut und außerdem hatte das öffentliche WC geschlossen. Auf dem Weg nach Tved kam ich am Vigsø Ferienpark vorbei, doch auch hier konnte mir nicht geholfen werden, da alles ausgebucht war. Um 20:30 an der Tved Kirke angekommen, überlegte ich mir ernsthaft, ob das mit der Unterkunft noch was werden würde. Als letzte Chance bin ich dann noch nach Nors gefahren, aber der dort ausgeschilderte „Nors Kro & Restaurant“ hatte geschlossen. In der Sekunde habe ich beschlossen im Auto zu schlafen. Die verbleibenden 8 Liter Wasser würden für die Körperhygiene auf jeden Fall ausreichen. Auf dem Weg zurück zur Tved Kirke ist mir dann genau gegenüber direkt an der Landstraße ein kleiner Parkplatz im Wald aufgefallen. Hier konnte ich in Ruhe schlafen, ohne das Risiko eingehen zu müssen Morgens vom Pfarrer geweckt zu werden. Es war mittlerweile kurz vor 21 Uhr und ich hatte mein Tagesziel eigentlich erreicht.
Allerdings war es noch hell und ich nicht wirklich müde weshalb ich beschloss noch ein paar Geocaches zu suchen. Bis 22:15 hatte ich zwölf Stück gefunden und begab mich zurück zum Auto um es für die Nacht umzubauen. Hierfür standen mir eine dicke Strandmatte ein aufblasbares Kopfkissen und ein Schlafsack zur Verfügung. Ich hatte geplant einfach die halbe Rücksitzbank umzuklappen und dann mit den Füßen im Kofferraum zu schlafen. Dummerweise fiel mir erst jetzt auf, dass sich die Rückbank nicht komplett eben umlegen lässt, sondern mit einer Kante von ca. 5 Zentimetern. Ich beschloss es trotzdem zu versuchen. Nachdem ich mich noch mit etwas Jogurt gestärkt und die Zähne geputzt hatte, fuhr ich mit dem Auto auf den 300 Meter entfernten Waldparkplatz. Als ich dann im Schlafsack lag bemerkte ich neben der Kante im Rücken gleich das nächste Problem. Ich bin 180cm lang, der Kofferraum mit umgelegter Rückbank allerdings nicht. Bequem würde die Nacht also nicht werden und zusätzlich hatte ich mir auch noch eine Stechmücke mit ins Auto geholt die mir mit ihrem hellen Summton den letzten Nerv geraubt hat.
Ich habe mir daraufhin ein Shirt über den Kopf gelegt und meine Arme angeboten. Sollte sie sich doch vollsaugen und tot umfallen – Hauptsache der fiese Ton hört auf und lässt mich schlafen. Irgendwann wurde es dann ruhig und ich habe etwas geschlafen. Um 3:00 habe ich es aber nicht mehr länger ausgehalten. Die Knie und der Rücken schmerzte, also habe ich umgebaut.
Den Rest der Nacht verbrachte ich auf dem komplett nach hinten gedrehten Beifahrersitz. Dies war schon viel besser, aber als um 6:00 die Sonne aufging habe ich beschlossen den frühen Tag zu nutzen und bin aufgestanden. Als ich dann ohne Schlafsack neben dem Auto stand war es saukalt. Ich denke es werden ca 12 Grad gewesen sein, aber es fühlte sich an wie Minusgrade. Aber es nütz ja nichts, da muss man durch. Also habe ich mir erst mal 2 Liter Wasser über den Kopf gegossen und mich schön mit Shampoo eingerieben. Dann noch mal 3 Liter hinterher und ich war wieder ein Mensch ;-)
Mit frischen Klamotten ging es erst mal zurück ins Auto. Das ich wegen dem kaputten Notebookakku den Motor laufen lassen musste, hatte den Vorteil, dass ich auch die Heizung nutzen konnte. Zum Frühstück gab es Doppelkekse und Red Bull – nicht wirklich nahrhaft und gesund, aber für den Anfang nicht schlecht. Am Notebook (leider ohne Internet) habe ich mir dabei die Unterlagen angesehen die ich den Tag über brauchen würde. Eigentlich hatte ich sie mir auch ausgedruckt, aber das Papier lag sauber gestapelt im Ferienhaus in Henne.


Um 7:00 bin ich dann wieder zur Kirche gefahren um noch einmal nach den zwei Caches zu suchen, die ich am Vorabend nicht gefunden hatte. Doch es blieb beim Misserfolg und so machte ich mich auf den Weg zum Strand von Vigsø welchen ich um 7:40 erreicht habe. Hier hat das Meer in den letzten Jahrzehnten einige Meter vom Strand „abgefressen“, sodass die hier befindliche Heeresküstenbatterie heute nicht mehr am Strand sondern im Wasser liegt. Waren in Klitmøller alle Bunker im Sand verschwunden, kann man sie hier komplett ausgegraben sehen. Allerdings sind 70% nicht ohne nasse Füße zu erreichen. Ich beließ es aber beim morgendlichen Strandspaziergang und schaute zu wie die Wellen gegen die Bunkerwände krachten. Wenn man bedenkt, dass sie fast 70 Jahre Jahre alt sind, dann ist es schon erstaunlich, dass die Gezeiten fast keinen Schaden anrichten konnten. In ein paar Bunker konnte ich doch hineinschauen. Ich stand gerade im langen Gang eines Munitionsbunkers vom Typ 134, als die auflaufende Flut den Bunker mit einer Welle umschlossen hat. Und so kam plötzlich von beiden Seiten Wasser in den Gang. Zwar nur wenige Zentimeter hoch, aber es reichte für nasse Füße.


Um 8:05 war ich wieder am Auto und es ging wieder durch Hamborg zurück nach Hanstholm. Mein erstes Ziel war um 8:20 ein Plateau oberhalb des Hafens auf dem früher eine große Flakstellung gestanden hat. Deren Standorte kann man auch heute noch gut erkennen, allerdings sind die Betonwannen heute verfüllt und die entstandenen Kreise sind oft kunstvoll dekoriert worden. Auf dem Weg zur Batterie Hanstholm I machte ich noch einen schnellen Stopp beim Leuchtturm.


Von Hanstholm I hatte ich ja am Vortag nur noch schnell 2 Bilder gemacht. Praktischerweise liegt dort auch ein Geocache über mehrere Stationen und ich beschloss erst einmal diesen zu machen um dann im Anschluss den Rest anzusehen.
Um 8:40 hatte ich mein Auto geparkt und machte mich auf direktem Weg zu den Bunkeranlangen. Um 8:50 stand ich im ersten der vier großen Bunker in denen früher die 17cm Schiffgeschütze gestanden haben. Wirklich imposant, allerdings haben sie im Gegensatz zu manch anderem Bunker den ich schon besichtigt hatte relativ wenige Räume. Nach und nach bin ich dann durch alle Bunker geklettert und habe alles analysiert und fotografisch auch vieles dokumentiert. Als der Geocache dann gefunden war, hatte ich auch fast alle Bunker gesehen.


Es war inzwischen 9:40 und ich wollte ja auch noch etwas frühstücken bevor das Museum um 10 Uhr öffnet. Meine Wahl fiel auf eine Einkaufscenter zwischen Bytorvet und Centervej. Ich rechnete schon wieder mit ungesunder und improvisierter Kost aus dem Supermarkt als ich einen Bäcker aus der Kette „BAGER Det dufter og smager !“ gefunden habe. So gab es für mich dann richtiges Frühstück mit belegten Brötchen und heißer Schokolade (Ich hasse Kaffee). Anschließend ging es dann doch noch in den Supermarkt um ein bisschen Süßes, aber vor allem zu trinken zu kaufen.
Um 10:30 war ich dann am Museum und der Parkplatz war für einen Montag schon erschreckend voll. Ich fand aber einen Parkplatz und besichtigte bis 11:20 das ziemlich interessante Museumscenter.


Anschließend ging es dann über den alten Munitionsbahn Zugang in den eigentlichen Bunker, welcher ebenfalls zum Museum ausgebaut war. Ich hatte ja schon im letzten Jahr einiges über Bunker erfahren und wusste die Schatten und Schrauben in den leeren Räumen der Bunker an den Stränden Dänemarks zu deuten. Hier konnte ich nun erstmals die Geräte live sehen. Außerdem war es schon beeindruckend auf wie wenig Platz so viele Soldaten lebten.




Um 12:10 war ich dann wieder am Auto. Zum abfahren war es aber noch viel zu früh, schließlich wollte ich mir noch die Gegend ansehen und es paar Geocaches suchen. Der nächste Cache sollte an einer Flak außerhalb des Geländes an der Hauptstraße liegen, doch auch nach ausgiebiger Suche, habe ich nichts finden können. Dafür fiel mein Blick auf einen Bunkereingang, den ich nach dem Museumsbesuch als den Leitstand für die großen Geschütze identifizierte. Und so betrat ich um 12:30 den Bunker. Überaschenderweise war er zwar leergeräumt, allerdings waren die Türen noch alle in den Angeln. Auch ohne genauen Raumplan waren die zwei Stockwerke sehr interessant. Zum Glück hatte ich im Gegensatz zu vielen anderen Besuchern die an der Tür wieder umgedreht haben, eine Taschenlampe dabei. Die nächsten Minuten bin ich mehr oder weniger planlos über das Gelände gewandert und habe alle Informationen die ich bekommen fotografisch dokumentiert. Der zweite Cache den ich machen wollte, lag anscheinend mitten in der Bettung einer der 4 andereren großen Kanonen. Da ich ein fotografisches Gedächtnis für Karten habe, hatte ich mir den Bunker gut eingeprägt, dass ich mit der Taschenlampe im Laufschritt durch die Räume laufen konnte. In dem großen Loch angekommen, fand ich zwar allerlei, allerdings keinen Geocache. Dafür hörte ich das Rattern der Museumsbahn, welche auch durch diesen Bunker fährt. Also schnell einmal links, rechts, links und ich erreichte den Bahntunnel und habe direkt mal ein Foto geschossen.


Dann bin ich wieder durch den dunklen Bunker zurück und habe mir auf dem Gelände ein paar weitere Bunker und Bauwerke angesehen. Dabei kam ich dann auch in die Nähe eines anderen Geocaches welchen ich dann sogar auch gefunden habe.
Diese Dose wählte ich dann als Startpunkt für meine neue Geocoin. Diese Münzen wandern von Cache zu Cache und haben meistens eine spezielle Aufgabe. Meine Münze soll von Hanstholm nach Koblenz reisen. Nach 5 Monaten hat sie es jetzt von Dänemark über Island nach Holland geschafft. Da es mittlerweile 12:30 war, beschloss ich wieder zum Auto zu gehen, auch wenn ich mich noch den ganzen Tag auf dem Gelände hätte beschäftigen können. Auf dem Weg bin ich dann noch einmal der Munitionsbahn über den Weg gelaufen und war kurz darauf erstaunt wie lang die Warteschlange für eine Mitfahrt ist. Den dort befindlichen Geocache habe ich aus diesem Grund gleich mal verworfen. Am Auto angekommen, ist mir aufgefallen, dass es einen weiteren Geocache nur 150 Meter weiter an dem ehemaligen Generatorbunker gibt. Den kennt fast keiner, weshalb ich ihn problemlos finden konnte. Um 12:55 war das Kapitel Hanstholm also abgeschlossen und es ging mit dem Auto wieder in Richtung Süden.


Der Rückweg war im Vergleich zur Hinfahrt natürlich deutlich ereignisloser, denn ich hatte nur einen Zwischenstopp zum Geocachen eingeplant. Und so erreichte ich um 13:20 das Waldstück nördlich von Nr. Vorupør und fand innerhalb der nächsten 3,5 Stunden 25 Geocaches. Diese Tour war allerdings nicht so leicht wie sie auf den ersten Blick aussehen mag. Nur die wenigsten Dosen lagen in der Nähe der seltenen Wege. Die restlichen Caches lagen in den Heidewäldchen mit Wassergräben und undurchdringbaren Gebieten mit Krüppelkiefern. Bei einigen bin ich wahrscheinlich einfach von der falschen Seite gekommen, aber das kann bei einem GPS Gerät ohne dänische Wanderkarte schon mal passieren. Um 16:30 hatte ich dann genug und habe mich auf die Rücktour gegeben. Da ich mittlerweile ziemlich geschafft war, habe ich versucht ohne Stopp den kürzesten Weg zu fahren. Allerdings war es ohne Navi im Auto ein kleines Glücksspiel. Dank meiner nicht routingfähigen Streetmap Karte auf dem GPS konnte ich wenigstens ungefähr sehen wo ich bin. Einen kleinen Umweg bin ich so aber leider doch gefahren. Die Strecke führte mich über Vestervig, Oddesund Brücke, Struer, Vemb, Ringkøbing, Skjern und Nørre Nebel zurück nach Henne Strand, welches ich kurz vor 20:00 Uhr erreicht habe. Alles in Allem war es eine sehr schöne Tour auch wenn ich eigentlich ein bis zwei Tage mehr gebraucht hätte. Gerade das Gelände in Hanstholm hätte ich mir gerne ausführlicher angesehen. Auch die Orte auf der Hintour hätten sicherlich etwas mehr Beachtung verdient. Ich sehe schon, ich muss irgendwann mal auf Thy Urlaub machen :-)


Meine Wegstrecke:

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